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PFAS im Trinkwasser: Was die neuen Grenzwerte ab 2026 bedeuten

Seit Januar 2026 gelten EU-weit feste Grenzwerte für PFAS im Trinkwasser. Was die Ewigkeitschemikalien sind, was die Werte bedeuten und was Sie tun können.

Puripal-Redaktion · Stand: 18. Oktober 2026

Wasser fließt aus einem Wasserhahn in ein Glas

Deutsches Leitungswasser gehört zu den am besten kontrollierten Lebensmitteln im Land. Trotzdem taucht ein Begriff immer öfter in den Nachrichten auf: PFAS. Seit dem 12. Januar 2026 gelten dafür in der ganzen EU erstmals verbindliche Grenzwerte. Hier ist, was dahintersteckt, was die Werte bedeuten und was Sie selbst tun können, ganz ohne Panik.

Was sind PFAS?

PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Das ist eine Gruppe aus mehreren tausend künstlich hergestellten Chemikalien. Sie stecken in beschichteten Pfannen, wasserabweisender Kleidung, Pizzakartons, Kosmetik und Löschschaum. Ihr Vorteil in der Industrie ist zugleich ihr Problem: Die Verbindung aus Kohlenstoff und Fluor ist extrem stabil. In der Natur bauen sich PFAS kaum ab, deshalb nennt man sie auch Ewigkeitschemikalien.

Fachleute unterscheiden grob zwei Gruppen. Langkettige PFAS wie PFOS oder PFOA reichern sich im Körper an und sind in der EU bereits weitgehend verboten. Kurzkettige PFAS wurden oft als Ersatz eingesetzt. Sie reichern sich weniger an, sind aber sehr mobil im Wasser und schwer wieder herauszubekommen.

Wie gelangen PFAS ins Trinkwasser?

Über Industrieabwässer, Klärschlamm, Löschschaum oder den Abbau anderer Stoffe gelangen PFAS in Böden und Gewässer und von dort ins Grundwasser. Aus diesem Rohwasser gewinnen die Wasserwerke unser Trinkwasser. Wichtig für die Einordnung: Trinkwasser ist nur eine von mehreren Quellen. Laut Europäischer Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nehmen die meisten Menschen PFAS vor allem über Lebensmittel wie Fisch, Eier und Fleisch auf.

Auch für Altbauten gilt: PFAS kommen nicht aus den Hausleitungen, sondern bereits mit dem Wasser aus dem Wasserwerk. Ob und wie viel davon in Ihrem Wasser steckt, hängt also vor allem von Ihrer Region ab.

Was sagen die Behörden?

Die EFSA hat 2020 eine tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge festgelegt: 4,4 Nanogramm pro Kilogramm Körpergewicht für die Summe aus vier besonders gut untersuchten PFAS. Als empfindlichste Wirkung gilt eine Schwächung des Immunsystems, etwa eine geringere Antwort auf Impfungen bei Kindern. Nach Einschätzung der EFSA liegt ein Teil der europäischen Bevölkerung über diesem Wert. Deshalb gibt es inzwischen Höchstgehalte für bestimmte Lebensmittel und eben auch Grenzwerte für Trinkwasser.

Was sich 2026 geändert hat

Mit der EU-Trinkwasserrichtlinie und der deutschen Trinkwasserverordnung gilt seit dem 12. Januar 2026 ein Grenzwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter für die Summe von 20 ausgewählten PFAS. Ab dem 12. Januar 2028 kommt in Deutschland ein strengerer Wert von 0,02 Mikrogramm pro Liter für die vier Stoffe hinzu, die auch die EFSA bewertet hat. Die Wasserversorger müssen diese Werte regelmäßig prüfen und handeln, wenn sie überschritten werden.

42 von 46Trinkwasserproben enthielten in einer Stichprobe des BUND aus dem Jahr 2025 nachweisbare PFAS.

Nachweisbar heißt nicht automatisch gefährlich. Entscheidend ist, wie hoch die Werte sind. Überschreitungen der künftigen Grenzwerte fand der BUND nur an wenigen Orten, und der Branchenverband der Wasserwirtschaft (BDEW) weist darauf hin, dass eine solche Stichprobe nicht repräsentativ ist. Auffällig war etwas anderes: Am häufigsten wurde TFA gefunden, ein sehr kurzkettiger Stoff, den die neuen Grenzwerte nicht erfassen.

Sonderfall TFA

Trifluoressigsäure, kurz TFA, entsteht unter anderem beim Abbau von Pflanzenschutzmitteln und Kältemitteln. Sie ist das PFAS, das in Deutschland am häufigsten im Wasser nachgewiesen wird. Einen gesetzlichen Grenzwert gibt es dafür bisher nicht. Das Umweltbundesamt hat einen gesundheitlichen Leitwert von 60 Mikrogramm pro Liter abgeleitet und empfiehlt vorsorglich, Werte unter 10 Mikrogramm pro Liter anzustreben. Nach Angaben des Umweltbundesamts hat der Risikobewertungsausschuss der Europäischen Chemikalienagentur 2026 empfohlen, TFA als fortpflanzungsgefährdend einzustufen. Rechtsverbindlich ist diese Einstufung noch nicht.

Für die Wasserwerke ist TFA eine echte Herausforderung. Laut Umweltbundesamt lässt sich der Stoff weder durch Aktivkohle noch durch Ozon oder UV-Licht in relevantem Umfang entfernen, sondern nur mit wenigen, aufwendigen Verfahren wie der Umkehrosmose. Für ganze Wasserwerke hält das Amt das wegen des hohen Energiebedarfs und des anfallenden Konzentrats nicht für eine nachhaltige Lösung. Der wichtigste Hebel bleibt deshalb, weniger PFAS in die Umwelt gelangen zu lassen.

Kommt ein EU-weites PFAS-Verbot?

Fünf europäische Länder, darunter Deutschland, haben 2023 vorgeschlagen, PFAS als ganze Stoffgruppe weitgehend zu beschränken. Die Europäische Chemikalienagentur prüft diesen Vorschlag. Der Ausschuss für Risikobeurteilung hat seine Stellungnahme im Frühjahr 2026 vorgelegt, die wirtschaftliche Bewertung soll bis Ende 2026 folgen. Danach entscheiden EU-Kommission und Mitgliedstaaten. Bis eine Beschränkung wirkt, werden noch Jahre vergehen, und die bereits vorhandenen PFAS bleiben ohnehin in der Umwelt.

Was Sie selbst tun können

  • Werte Ihres Wasserversorgers ansehen. Viele Versorger veröffentlichen ihre Trinkwasseranalysen online, seit 2026 oft auch mit dem Wert für die Summe der 20 PFAS.
  • Die richtige Filtertechnik wählen. Einfache Kannenfilter mit Aktivkohle sind vor allem für Kalk und Geschmack gedacht. In einer Studie der Duke University und der North Carolina State University von 2020 entfernten Aktivkohlefilter langkettige PFAS nur zu etwa 60 bis 70 Prozent und kurzkettige nur zu etwa 40 Prozent. Untertisch-Anlagen mit Umkehrosmose entfernten die untersuchten PFAS dagegen nahezu vollständig. Auch die US-Umweltbehörde EPA nennt die Umkehrosmose als hochwirksames Verfahren.
  • Auf Wartung achten. Jeder Filter ist nur so gut wie sein Zustand. Gesättigte Filter können ihre Wirkung verlieren, deshalb müssen sie rechtzeitig gewechselt werden.
  • Ehrlich abwägen. Auch eine Osmoseanlage im Haushalt erzeugt neben dem gefilterten Wasser einen Teil Spülwasser, in dem die zurückgehaltenen Stoffe abgeleitet werden. Moderne Anlagen arbeiten deutlich sparsamer als ältere Modelle.

Wie Puripal damit umgeht

Puripal-Anlagen arbeiten mit einer Umkehrosmose-Membran, die bis zu 99 % der gelösten Stoffe zurückhält. Weil dabei auch Mineralien zurückgehalten werden, gibt eine eigene Mineralstufe danach Calcium, Magnesium und Kalium zurück. So bleibt das Wasser rund im Geschmack. Und weil eine Anlage nur mit regelmäßiger Pflege zuverlässig bleibt, gehören rechtzeitige Filterwechsel dazu. Welcher Service zu Ihnen passt, besprechen wir gern im Beratungsgespräch.

Fazit

PFAS sind ein ernstes Umweltthema, aber kein Grund zur Panik beim Wasserhahn. Die neuen Grenzwerte machen das deutsche Leitungswasser noch sicherer. Wer darüber hinaus möglichst wenig PFAS im Glas haben möchte, findet in der Umkehrosmose eines der wirksamsten Verfahren für zu Hause.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.