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Mikroplastik im Leitungswasser: Was wir wissen und was nicht

Steckt Mikroplastik im Leitungswasser? Was WHO und Forschung wissen, was noch offen ist und warum ausgerechnet Flaschenwasser in der Kritik steht.

Puripal-Redaktion · Stand: 18. Oktober 2026

Feine Schwebeteilchen im Gegenlicht unter Wasser

Mikroplastik ist überall: im Meer, im Boden, in der Luft. Die Frage liegt nahe, ob es auch in unserem Trinkwasser steckt. Die ehrliche Antwort lautet: Wir wissen noch nicht alles. Aber einiges schon, und manches davon überrascht.

Was ist Mikroplastik?

Als Mikroplastik gelten Kunststoffteilchen, die kleiner als fünf Millimeter sind. Sie entstehen zum Beispiel durch Abrieb von Reifen, beim Waschen von Kleidung aus Kunstfasern oder beim Zerfall größerer Plastikteile. Noch kleinere Teilchen, meist unter einem Mikrometer, also unter einem Tausendstel Millimeter, nennt man Nanoplastik. Sie sind so klein, dass man sie lange kaum messen konnte.

Wie gelangt es ins Wasser?

Über Abwasser, Regen und Luft gelangt Mikroplastik in Flüsse und Seen. Grundwasser, aus dem in Deutschland ein Großteil des Trinkwassers stammt, ist durch die Bodenpassage deutlich besser geschützt. Auch die Aufbereitung in den Wasserwerken hält Partikel zurück. Offen ist vor allem, was auf dem Weg durch das Leitungsnetz und die Hausinstallation passiert.

Was die Forschung sagt

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat 2019 einen Bericht zu Mikroplastik im Trinkwasser veröffentlicht. Auf Basis der damals verfügbaren Daten sah sie keine Hinweise auf ein Gesundheitsrisiko durch die gemessenen Mengen. 2022 folgte ein umfassenderer Bericht zur Aufnahme über Nahrung und Atemluft. Auch darin fand die WHO keine überzeugenden Belege für gesundheitliche Schäden, betonte aber große Wissenslücken und empfahl, die Belastung vorsorglich zu verringern.

In Deutschland untersucht der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) seit Januar 2025 im Projekt MiTri, wie viel Mikroplastik in verschiedenen Trinkwassernetzen vorkommt und welche Rolle die verbauten Materialien spielen. Das Projekt läuft bis Ende 2027. Einen gesetzlichen Grenzwert für Mikroplastik im Trinkwasser gibt es bisher nicht.

Und Flaschenwasser?

Ausgerechnet Wasser aus Plastikflaschen steht in mehreren Studien in der Kritik. Forschende der Columbia University fanden 2024 mit einer neuen Messmethode in Flaschenwasser aus den USA im Schnitt rund 240.000 Plastikteilchen pro Liter, etwa neun von zehn davon Nanoplastik. Als mögliche Quellen nennen sie unter anderem die Flasche selbst und Filter aus der Abfüllung. Ob und wie diese Mengen der Gesundheit schaden, ist noch nicht geklärt.

rund 240.000Plastikteilchen pro Liter fanden Forschende der Columbia University 2024 im Schnitt in Flaschenwasser, die meisten davon Nanoplastik.

Was das für Sie bedeutet

Kein Grund zur Panik, aber ein guter Grund für Vorsicht. Wer Leitungswasser statt Flaschenwasser trinkt, vermeidet zumindest die Flasche als Quelle. Wer darüber hinaus vorsorgen möchte, kann an der letzten Stelle ansetzen, bevor das Wasser ins Glas kommt: am eigenen Wasserhahn.

  • Feine Filtertechnik wählen. Eine Umkehrosmose-Membran ist um ein Vielfaches feiner als Teilchen in Mikroplastik-Größe.
  • Auf Wartung achten. Filter wirken nur zuverlässig, wenn sie rechtzeitig gewechselt werden.
  • Ehrlich bleiben. Wie gut Haushaltsfilter die winzigen Nanoplastik-Teilchen zurückhalten, ist wissenschaftlich noch wenig untersucht.

Wie Puripal damit umgeht

Puripal-Anlagen arbeiten mit einer Umkehrosmose-Membran, die bis zu 99 % der gelösten Stoffe zurückhält und deutlich feiner ist als Mikroplastik-Teilchen. Danach gibt eine Mineralstufe Calcium, Magnesium und Kalium zurück. Und weil Filter nur mit Pflege zuverlässig bleiben, gehören rechtzeitige Filterwechsel dazu.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.